{"id":24220,"date":"2026-08-13T13:06:39","date_gmt":"2026-08-13T11:06:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dicentra.ch\/?p=24220"},"modified":"2026-08-13T15:42:00","modified_gmt":"2026-08-13T13:42:00","slug":"du-warst-kein-gewoehnlicher-kater-du-warst-blindy","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dicentra.ch\/en\/katzen\/du-warst-kein-gewoehnlicher-kater-du-warst-blindy\/","title":{"rendered":"Du warst kein gew\u00f6hnlicher Kater. Du warst Blindy."},"content":{"rendered":"<p>Lieber Blindy,<br \/>\nvor vielen Jahren bist du in mein Leben gekommen. Damals lebtest du mit vielen anderen Katzen auf dem Sulzer-Gel\u00e4nde in einem stillgelegten Gl\u00fchofen. Dort wart ihr eine kleine Gemeinschaft, versorgt von Marino, der euch nie vergessen hatte. Als die Zukunft der Katzen ungewiss wurde und man euch nicht mehr dort haben wollte, konnte ich nicht wegsehen. Also holte ich dich und viele deiner Gef\u00e4hrten zu mir.<br \/>\nIm Gl\u00fchofen gab es st\u00e4rkere Katzen als dich. Bianca und Leo waren die Anf\u00fchrer. Du warst eher das stille Schlusslicht, unauff\u00e4llig und zur\u00fcckhaltend. Niemand h\u00e4tte damals gedacht, was f\u00fcr ein besonderer Kater wirklich in dir steckt.<br \/>\nDenn als du bei mir eingezogen bist, wurde alles anders.<br \/>\nPl\u00f6tzlich warst du der K\u00f6nig deines kleinen Reiches. Deine beiden treuen Freundinnen, Orange und Rot, liebten dich \u00fcber alles. Manchmal stritten sie sogar darum, wer n\u00e4her bei dir sein durfte. Du warst davon nicht immer begeistert und hast oft so getan, als w\u00fcrde dich das alles \u00fcberhaupt nicht interessieren. Aber ich glaube, tief in deinem Herzen hast du die Aufmerksamkeit doch ein wenig genossen.<br \/>\nMir gegen\u00fcber warst du stets ein kleiner L\u00f6we.<br \/>\nSchmusen? Das kam f\u00fcr dich nicht infrage. Streicheln war strengstens verboten. Meistens wurde ich mit einem Fauchen begr\u00fcsst, wenn ich dir zu nahe kam. Und trotzdem hatten wir unsere ganz eigene Verbindung.<br \/>\nJeden Morgen und jeden Abend kamst du zuverl\u00e4ssig zu mir. Du standst da, schautest mich an und liessest ein kurzes, kr\u00e4ftiges Br\u00fcllen h\u00f6ren. Das war dein Zeichen:<br \/>\n\u201eFutterzeit!&quot;<br \/>\nDann musste alles schnell gehen. Du bekamst dein eigenes, besonderes Futter und hast sofort angefangen zu essen. Dabei habe ich nat\u00fcrlich darauf geachtet, dass die anderen Katzen dir nichts wegnehmen konnten. Das war unser Ritual. Tag f\u00fcr Tag. Jahr f\u00fcr Jahr.<br \/>\nDie Zeit verging und wir wurden gemeinsam \u00e4lter.<br \/>\nIn den letzten Jahren machte uns deine Nierenerkrankung Sorgen. Doch du warst ein K\u00e4mpfer. Du bekamst dein Nierenfutter, deine Medikamente und hast das alles mit einer bewundernswerten Gelassenheit akzeptiert. Lange Zeit ging es dir bestens, und ich war dankbar f\u00fcr jeden einzelnen Tag, den wir noch miteinander verbringen durften.<br \/>\nDann kam vor zwei Tagen der Moment, vor dem sich jeder Tierfreund f\u00fcrchtet.<br \/>\nDu verweigertest pl\u00f6tzlich dein Futter.<br \/>\nGestern lagst du nur noch ruhig da. Und etwas geschah, das in all den vielen Jahren nie m\u00f6glich gewesen war.<br \/>\nZum ersten Mal durfte ich dich streicheln.<br \/>\nDieser Moment wird f\u00fcr immer in meinem Herzen bleiben. Es war, als w\u00fcrdest du mir sagen:<br \/>\n\u201eAlles ist gut. Es ist Zeit.&quot;<br \/>\nDu warst inzwischen vermutlich fast zwanzig Jahre alt. \u00dcber f\u00fcnfzehn Jahre durfte ich dich begleiten. Als wir dich damals im stillgelegten Gl\u00fchofen Schuppen beim Sulzer Gel\u00e4nde fanden, sch\u00e4tzten wir dich bereits auf sechs oder sieben Jahre. Du hast ein langes Leben gelebt. Ein Leben voller Freiheit, Freundschaft und F\u00fcrsorge.<br \/>\nHeute bist du nicht mehr bei uns.<br \/>\nAber ich bin sicher, dass ein Teil deiner Seele geblieben ist. Vielleicht lebt sie beim Sulzer Gel\u00e4nde weiter. Vielleicht in den Erinnerungen deiner Freundinnen Orange und Rot. Vielleicht in den vielen Augenblicken, die wir gemeinsam erlebt haben. Vielleicht auch in unserem Haus, Deinem letzten liebevollen Zuhause.<br \/>\nDein Platz in unserer Katzenkolonie wird f\u00fcr immer dein Platz bleiben.<br \/>\nWir vermissen dich sehr.<br \/>\nDoch wir tr\u00f6sten uns mit dem Gedanken, dass du nun an einem Ort bist, an dem es keine Schmerzen mehr gibt. Ein Ort voller Sonnenstrahlen, weicher Wiesen und endloser Futterpl\u00e4tze. Ein Katzenparadies.<br \/>\nUnd ich bin sicher, dass du uns von dort oben manchmal besuchen kommst. Vielleicht sitzt du dann f\u00fcr einen Moment unsichtbar zwischen deinen Freundinnen, beobachtest alles mit deinem typischen Blick und br\u00fcllst kurz, damit wir wissen:<br \/>\n\u201eIch bin noch da.&quot;<br \/>\nLieber Blindy,<br \/>\ndanke f\u00fcr die vielen Jahre, die du uns geschenkt hast. Danke f\u00fcr deine Treue, deinen Stolz, deine Eigenwilligkeit und deine Einzigartigkeit.<br \/>\nDu warst kein gew\u00f6hnlicher Kater.<br \/>\nDu warst Blindy.<br \/>\nUnd genauso wirst du f\u00fcr immer in unseren Herzen bleiben.<br \/>\n\u2764\ufe0f In Liebe und Dankbarkeit.<br \/>\nPia, FX, Deine beiden Freundinnen Orange &amp; Rot, sowie alle anderen Katzen unserer grossen Katzengemeinschaft, als auch Oana, Candela &amp; die Hasis<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lieber Blindy, vor vielen Jahren bist du in mein Leben gekommen. Damals lebtest du mit vielen anderen Katzen auf dem Sulzer-Gel\u00e4nde in einem stillgelegten Gl\u00fchofen. 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